Kurzbiographie von Shinichi Suzuki (1898-1998)

 

Der Japaner Shinichi Suzuki gilt als einer der bedeutendsten Violinpädagogen des 20. Jahrhunderts; die von ihm entwickelte Suzuki-Methode wird heute weltweit im frühen Instrumentalunterricht eingesetzt. Suzuki wurde 1898 in Nagoya als Sohn des Geigenbaufabrikanten Masakichi Suzuki geboren. Er besuchte zunächst die Nagoya Commercial School (Abschluß 1915), um sich anschließend auf das Violinspiel zu konzentrieren. Während seiner Kindheit war die Geige nur ein Spielzeug und kein Musikinstrument. Dies prägte Suzukis späteren Umgang mit dem Instrument und beeinflußte stark seine Methode, in der das spielerische Element sowie das Prinzip der Nachahmung als wesentliche Aspekte wiederzufinden sind. Das Violinspiel brachte er sich im Alter von 17 Jahren mit Hilfe von Schallplattenaufnahmen selbst bei, um dann bei Ando Ko, einem Schüler des großen Geigers Joseph Joachims, Unterricht zu nehmen. Suzukis Interesse am Geigenstudium - geleitet durch das Bedürfnis, die Kunst verstehen zu lernen - veranlaßte ihn schon bald dazu, sich für die Ueno-Akademie zu bewerben. Da er dort abgelehnt wurde, führten ihn persönliche Kontakte 1919 nach Deutschland, wo er in Berlin sein Studium bei Karl Klinger als dessen einziger Privatschüler begann. In Berlin lernte er auch die deutsche Sängerin Waltraud Prange kennen, die er 1928 in Berlin heiratete.

 

Nach seiner Rückkehr nach Japan begann Suzuki, angeregt durch die Erfahrungen in Deutschland, erste Ansätze seiner Methode zu entwickeln. In dieser Methode lernen die Kinder durch das Prinzip der sogenannten 'Muttersprachmethode', d.h. mittels Nachahmung und ganz frei ohne Noten, bereits sehr früh (etwa ab dem 3. Lebensjahr) Geige zu spielen. In Japan gab Suzuki Geigenunterricht am Kaiserlichen Konservatorium in Tokyo und gründete zusammen mit drei seiner Brüder ein Streichquartett. Seine Unterrichtsversuche konzentrierten sich vor allem auf die 1945 gegründete kleine Musikschule in Matsumoto, die heutige 'Talent Education School', womit er den Beginn der Talenterziehungsbewegung einleitete. Dank Suzukis aktiver Kurstätigkeit bis ins hohe Alter hat seine Methode weltweit Verbreitung gefunden. Sie wurde besonders in den USA von Violinpädagogen wie Paul Rolland, Dorothy DeLay und Clifford Cook aufgegriffen und verbreitet. In Europa hat sich besonders Sheila M. Nelson aktiv in Kursen für die frühe Förderung von Kindern einsetzt. Obwohl die Instrumentalausbildung der Suzuki-Methode nicht die Heranbildung von Wunderkindern bezweckt, sind aus der Schule viele namhafte Geiger hervorgegangen. Suzuki starb 1998 in Matsumoto im Alter von 100 Jahren.

(Information nach: Lexikon der Violine)